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Logo des Projekts AnticipationDie Rechtschreibprüfung meines Computers beschwert sich regelmäßig, wenn ich „Zukünfte“ schreibe – menschliche Korrekturleser ebenso. Besonders oft war das in „Zukunftsforschung für Staaten“ der Fall. Im Englischen hat sich „Futures Studies“ als Forschungsfeld mit Plural dagegen lange etabliert, um das breite Spektrum möglicher künftiger Entwicklungen sichtbar werden zu lassen. Der Plural macht aber auch für Vergangenheiten und Gegenwarten viel Sinn. Dies wurde auf der Konferenz zu Antizipation vergangene Woche in Italien nochmal deutlich. Schließlich wird unser heutiges Handeln von unseren sehr unterschiedlichen menschlichen Perspektiven auf Vergangenheiten, Gegenwarten und Zukünfte beeinflusst.

Diese erste internationale Konferenz zu Antizipation befasste sich interdisziplinär mit einer grundsätzlich zukunftsorientierten Einstellung, auf der heutiges Handeln basiert. Vorangetrieben wird das Projekt von Riel Miller dem Chef-Zukunftsforscher der UNESCO, der auch auf der Eröffnungsveranstaltung des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt im Jahr 2009 sprach. Akademischer Kopf ist der Soziologe Roberto Poli von der Universität Trient. Ursprünglich hatten die beiden mit 60 Teilnehmern gerechnet. Es kamen 300, darunter Designer („Design bezieht sich immer auf Zukunft!“), Architekten (ebenso), Soziologen, Politikwissenschaftler, aber auch gelernte Volkswirte wie ich, der „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt“ vorstellen durfte.

Auf der Konferenz wurde sichtbar, dass es grundsätzliche Herausforderungen für uns alle in Familien, Schulen, Unternehmen, in der Politik und anderswo gibt: Denken wir breit genug in Alternativen und auf die Zukunft orientiert? Nutzen wir die passenden Prozesse, um über mögliche, wahrscheinliche und wünschenswerte Zukünfte ins Gespräch zu kommen? Und wer darf da mitreden?

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