Seite auswählen

Die Erde vom AllIn Paris treffen sich einmal mehr Klimaexperten und Politiker, um über die Veränderungen des Weltklimas und konkrete Maßnahmen zu beraten. Leicht haben sie es wie immer nicht. Das liegt auch daran, dass uns Menschen der Umgang mit der Zukunft einige grundsätzliche Schwierigkeiten bereitet. Das beginnt mit der eigenen Altersvorsorge und endet nicht beim Sport, den wir eigentlich mal wieder machen wollten. Ein Grund dafür ist, dass es für uns ungeduldige Wesen zu lange dauert, bis wir eine Rückmeldung bekommen, ob sich unsere Aktivitäten positiv auswirken – oder auch nicht.
Und wenn es auch noch um die Zukunft anderer Menschen geht, dann gilt ebenfalls: je näher, je wichtiger. Für die eigenen Kinder machen wir alle möglichen Verrenkungen, für andere Kinder in der gleichen Schulklasse setzen wir uns vielleicht auch noch ein. Aber Kinder in Bangladesch sind dann doch sehr weit weg von unseren aktuellen Lebensentscheidungen.

Die gute Nachricht ist, dass partizipative Prozesse zum Thema Lebensqualität einen konkreten und realistischen Beitrag für ein besseres Weltklima leisten können. Hier ist die Ausgangsbasis der Mensch, der nach seinen heutigen Prioritäten für das eigene Leben gefragt wird, also nach menschlichen Bedürfnissen. Als Antwort auf die Frage nach diesen Prioritäten kommt so gut wie nie „ein größeres Auto“, „mehr Kleider“ oder „mehr Fernreisen“ – aber auch nicht „das Weltklima“. Vielmehr geht es meist um Familie, Freunde, Beziehungen, Gesundheit, eine gute Arbeit, Freiheit, Sauberkeit oder Sicherheit. Die Befriedigung dieser Bedürfnisse geht in der Regel mit eher niedrigem Ressourcenverbrauch einher.

In partizipativen Lebensqualitätsprozessen werden immer auch Aspekte gemessen, die etwas mit dem Weltklima zu tun haben. So ist die lokale Luftqualität heute für Menschen wichtig und taucht in fast jedem Indikatorensystem auf. In der Diskussion über diesen Indikator wird schnell klar, dass Standortverlagerungen der Industrie zwar gut für die Luftqualität bei uns sind, der Dreck aber nun woanders erzeugt wird. Als Konsequenz wird oft ein CO2-Abdruck oder sogar ein ökologischer Fußabdruck verwendet, der die Umweltbelastung dem Endverbraucher zurechnet.

Oft erwähnen die Menschen auch, dass Autos wegen des Lärms und der benötigen Parkplätze nicht unbedingt das gesellschaftlich erwünschte Fortbewegungsmittel sind. Sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit den Öffentlichen fortzubewegen ist besser für die Lebensqualität, die Gesundheit und für das Klima.

Im Hier und Jetzt können wir Menschen also konkret etwas für uns und für das Weltklima tun:

  • Uns selbst mal wieder fragen, was uns eigentlich im Leben wichtig ist und ob unsere täglichen Entscheidungen dazu passen.
  • Mit anderen ins Gespräch über das gute Leben kommen. Vielleicht bietet ein kleines Nachbarfest die Gelegenheit dazu – oder ein größerer Lebensqualitätsprozess.
  • Auf der Suche nach Geschenken mal bei „Zeit statt Zeug“ reinschauen.
  • Einen CO2-Rechner ausprobieren, wie z.B. den vom Umweltbundesamt.
Translate »