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Dialog auf AuftaktveranstaltungAuf der Zugfahrt gestern nach und von Berlin zur Beiratssitzung „Gut leben in Deutschland“ war viel Lesezeit. Aus unterschiedlichen Perspektiven werden immer wieder ähnliche Schlussfolgerungen gezogen, denen ich voll zustimme:

  • „Es geht darum, wie wir uns selbst verstehen. Und was Märkte sind und welche Rolle wir in Märkten spielen und wie ein gutes Leben aussieht.“
  • „Entscheidend ist die Frage, was ein gutes Leben ausmacht.“
  • „…moral growth will require an ‚ultimate ends‘ discussion i.e. deliberations about the true purpose of the economic process.”

Das erste Zitat stammt aus einem Interview mit dem Wirtschaftshistoriker Philip Mirowski aus dem Jahr 2013, in dem es um die Folgen der Finanzkrise seit 2008 geht.

Das zweite Zitat stammt vom in Köln geborenen Soziologen Amitai Etzioni. In seinem 2009er Beitrag „Die florierende Gesellschaft“ sprach er viele Themen an, die in Lebensqualitätsprozessen immer wieder vorkommen: zwischenmenschliche Beziehungen, Gemeinwohl, Selbstverwirklichung usw.

Und das dritte Zitat stammt aus einem Zeitschriftenartikel des Volkswirts Christian Kerschner von 2010, in dem er sich mit den Möglichkeiten der Postwachstumsökonomie befasst – und dann mit Herman Daly bei „moralischem Wachstum“ herauskommt.

Bei diesen wissenschaftlich fundierten Schlussfolgerungen darf es nicht bleiben. Sie müssen auch in der Praxis umgesetzt werden. Das machen wir im Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt mit unseren Lebensqualitätsprozessen.

Wichtig ist zunächst, dass diese Fragen möglichst breit diskutiert werden und sich Menschen der unterschiedlichsten Hintergründe einbringen. Danach müssen die Ergebnisse sichtbar gemacht werden. Und wenn möglich sollte dann gemessen werden, in welchen Feldern das gute Leben schon erreicht ist und wo noch besonderer Handlungsbedarf besteht.

Entscheidend ist dann die Anbindung der Erkenntnisse aus diesen Diskursen an persönliches, unternehmerisches oder gesellschaftliches Handeln. Das praktizieren wir in „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt“ mit den ehrenamtlich getragenen Projekten. Höher aufgehängt ist der ressortübergreifende Aktionsplan „Gut leben in Deutschland“ der Bundesregierung, der im nächsten Jahr veröffentlicht und danach umgesetzt wird.

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