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Kabinett Kanada 2015In den USA interessieren sich angeblich seit zwei Wochen viele Menschen stark für ihr nördliches Nachbarland. Da trifft es sich gut, dass nun der neue Bericht zum Canadian Index of Wellbeing (CIW) vorliegt (auf frühere Ausgaben des Berichts hatte ich z.B. im Fortschrittsindex 2011 verwiesen). Der CIW lässt zwar keine Vergleiche zwischen Ländern zu, zeigt aber auf, wo es in Kanada besonders gut läuft und wo der Schuh drückt.

Die Autoren des Berichts lassen keine Zweifel aufkommen. Kanada geht es nicht gut: Die Menschen sorgen sich, weil sie mehrere Jobs machen müssen, zu wenig Zeit mit Freunden verbringen, die Studiengebühren steigen, zu wenig günstige Wohnungen vorhanden sind, das Vertrauen in die Mitmenschen sinkt usw.

Der Bericht nutzt acht Themenfelder, die im Dialog mit der Bevölkerung entwickelt wurden. Für jedes Themenfeld wurden 8 Indikatoren ausgewählt, darunter viele alte Bekannte wie die Lebenserwartung, die Wahlbeteiligung, das Einkommen, oder die C02-Emissionen.

Besonders wegweisend sind die Indikatoren zur mentalen Gesundheit, zum Zugehörigkeitsgefühl, zur Zufriedenheit mit der Demokratie, zur Zeit mit Freunden, und zum Sport. Nicht wirklich gelungen finde ich die Art, wie diese 64 Einzelindikatoren zusammengefasst sind. Da werden die Unterschiede in den Eigenschaften der verschiedenen Zeitreihen (stationär oder nicht) nicht berücksichtigt.

Ist das Leben in Kanada nun (im Durchschnitt) besser als in den USA? Dazu können wir auf den Index des besseren Lebens der OECD schauen, wo Kanada lediglich vier Plätze vor den USA liegt. Deutschland findet man dort sogar drei Plätze hinter den USA. Oder wir schauen auf die Analyse der glücklichen Variante des Kapitalismus. Dort befindet sich Kanada in einer Gruppe mit den USA, Großbritannien und Australien. Deutschland ist dagegen Mitglied der Gruppe der glücklichen Länder mit Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz usw..

Ob sich in den nächsten Jahren ein großer Unterschied zwischen den USA und Kanada entwickelt, dürfte von den jeweiligen Regierungen abhängen. Das Bild zeigt das Kabinett von Premierminister Trudeau bei der Amtseinführung 2015, eines der vielfältigsten weltweit.

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