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Die Niederlande bekommen durch ihre Parlamentswahlen am Mittwoch und das Referendum in der Türkei in einem Monat viel Aufmerksamkeit. Lebensqualitätsforscher schauen schon lange auf das Land mit seinen 17 Millionen Einwohnern. Schließlich ist es in vielen Indikatorensystemen gemeinsam mit Dänemark, Schweden und der Schweiz eines der fortschrittlichsten Länder weltweit. Im Index menschlicher Entwicklung der Vereinten Nationen lagen die Niederlande 2014 auf Platz 5, im Index des besseren Lebens der OECD auf Platz 11 und im Fortschrittsindex des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt ebenfalls auf Platz 11.

In „Die glückliche Variante des Kapitalismus 2.0“ wurden eine große Pressefreiheit, die niedrige Korruption, eine hohe Lebenszufriedenheit, wenig gearbeitete Stunden pro Arbeiter, und die geringe Einkommensungleichheit für Kinder als Besonderheiten der Niederlande hervorgehoben. Auch die Arbeitslosenquote ist zuletzt wieder auf 5,3% gefallen. Insgesamt ist das eine herausragende Kombination vieler unterschiedlicher Indikatoren, die so ähnlich nur Dänemark vorzuweisen hat.

Aus Sicht der Lebensqualitätsforschung lassen sich nur wenige Schwachstellen ausmachen. Die relativ niedrige Beschäftigungsquote älterer Menschen (über 55 Jahre) deutet zum Beispiel auf ungelöste Herausforderungen im Rentensystem hin. Zudem ist trotz der beeindruckend vielen Fahrradfahrer der CO2-Ausstoß der Niederländer mit fast 10 Tonnen pro Einwohner und Jahr nach wie vor sehr hoch, wie die Grafik zeigt. Es wird sich zeigen, ob die Niederlande nach der Parlamentswahl in der Lage sind, auch hier mit klaren Maßnahmen zu den weltweiten Vorreitern wie Schweden und die Schweiz aufzuschließen.

 

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