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Die Regierungsstrategie „Gut leben in Deutschland“ war ein wegweisendes Projekt mit vielen wichtigen Impulsen und aussagekräftigen Indikatoren. Wie begeistert ich von der Dialogphase und von den (meisten) Indikatoren war, habe ich in früheren Beiträgen im Fortschrittsblog sichtbar gemacht. Was mir im Abschlussbericht allerdings fehlte, das war eine Priorisierung der Themen oder der 46 Indikatoren: Worauf sollten wir besonders viel Aufmerksamkeit legen? In „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt“ hatten wir das mit einer Ampelkennzeichnung gemacht. Auch wurde der im Koalitionsvertrag von 2013 angekündigte ressortübergreifende Aktionsplan „gut leben“ bisher nicht erstellt.

Daher habe ich in meiner neuen Studie „Besser leben in Deutschland“ 10 Indikatoren aus verschiedenen Lebensqualitätsprozessen ausgewählt, die auf besonderen Handlungsbedarf in Deutschland schließen lassen: die Wahlbeteiligung, die Analphabetenquote, die Armut trotz Erwerbstätigkeit, die Wohnkosten, das Sicherheitsgefühl, das Vertrauen in die Mitmenschen, die Suizidrate, die Mitgliedschaft in Sportvereinen, die Fettleibigkeit und der CO2-Ausstoß. Für jeden dieser Indikatoren wird in der Studie ein Ziel für das Jahr 2025 vorgeschlagen, welches im internationalen Vergleich realistisch erscheint. Und für jeden Indikator werden ein paar Ideen skizziert, die zu einer Verbesserung führen könnten. Für weiterführende Hinweise von Lesern bin ich immer offen.

Die Auswahl der Indikatoren erfolgte in vier Stufen. Ausgangsbasis waren hunderte von Indikatoren aus verschiedenen Lebensqualitätsprozessen. Alle Indikatoren, die besonderen Qualitätsanforderungen (Ergebnisorientierung, wünschenswerte Richtung klar, veränderbar etc.) genügten, kamen in die engere Auswahl. Dann wurde nach Indikatoren gesucht, in denen Deutschland noch nicht gut abschneidet, entweder im internationalen Vergleich, im Vergleich zu früheren Jahren oder zur erwünschten Situation. Schließlich wurde versucht, jedes der 10 Themenfelder abzudecken, die in Lebensqualitätsprozessen immer wieder vorkommen.

Zugegeben: besonders erquicklich ist die Lektüre dieser Studie vermutlich nicht. Aber wenn wir uns als Gesellschaft um diese wichtigen Themen nicht intensiver kümmern, dann könnten früher oder später erhebliche Probleme entstehen.

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