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Mein großes Thema der letzten 10 Jahre ist (und bleibt) die Lebensqualität der Menschen heute und in Zukunft: Wer entscheidet wie darüber, was Lebensqualität bedeutet? Was macht eine hohe Lebensqualität aus? Wie lässt sie sich messen? Und wie lässt sie sich dauerhaft verbessern?

In „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt“ haben wir viele unterschiedliche Menschen dazu befragt, was für sie wichtig ist und was aus ihrer Sicht eine hohe Lebensqualität ausmacht. Wichtig war den Menschen vor allem das friedliche Zusammenleben, aber auch die Freizeitgestaltung, die Gesundheit, der Verkehr und das Wohnen. Ein großes Zukunftsthema erhielt dort nicht die Aufmerksamkeit, die man hätte vermuten können: die Digitalisierung, also die zunehmende Nutzung und engere Vernetzung immer besser werdender digitaler Geräte. Keiner der 50 Indikatoren bezieht sich darauf. Nicht einmal eine gute Internetverbindung wurde angesprochen, was möglicherweise daran liegt, dass der Breitbandausbau in Frankfurt schon weit fortgeschritten ist.

In „Gut leben in Deutschland“ der Bundesregierung haben einige Bürger die Digitalisierung explizit genannt, etwa als Chance für lebenslanges Lernen und für den Bürokratieabbau. Besonders im Fokus stand – wohl vor allem in ländlichen Raum – die digitale Infrastruktur. Die Versorgungsrate mit Breitbandinternet wurde dann auch als einer von 46 Indikatoren in den Abschlussbericht aufgenommen.

Mein Eindruck ist, dass die Chancen und Risiken der Digitalisierung in diesen und anderen Lebensqualitätsprojekten zu kurz kommen. Dies liegt zunächst natürlich daran, dass ein so breites Thema wie Lebensqualität mit seinen 10 bis 12 Unterthemen selbst in sehr großen Prozessen nicht bis ins Detail ausdiskutiert werden kann. Jetzt scheint es mir aber an der Zeit zu sein, Lebensqualität und Digitalisierung enger miteinander zu verknüpfen. Es gibt viele Themenfelder, in denen der Zusammenhang schnell deutlich wird und an vielen Stellen bereits diskutiert wird: Welche Auswirkung hat die Digitalisierung auf die Gründungshäufigkeit (Indikator Nettogewerbeanmeldungen) oder die Arbeitslosenquote? Hilft die Digitalisierung dabei, die Analphabetenquote zu senken? Hilft sie dabei, Übergewicht abzubauen? Verkehrslärm zu verringern? Das Vertrauen in die Mitmenschen zu verbessern? Die Wahlbeteiligung zu erhöhen?

Dazu werde ich in den nächsten Monaten mehr schreiben und weitere Verbindungen herstellen. Auch hier wird es immer wieder um die vier Kernelemente aktiver Zukunftsgestaltung gehen: Dialog, Visionen, Messung und Handeln.

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