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Zukunft gestaltenDie Zukunft beschäftigt mich seit vielen Jahren. Zunächst mit dem Fokus auf Wirtschaftsprognosen, später methodisch und inhaltlich immer breiter aufgestellt. Aus einem stetig wachsenden Netzwerk von Zukunftsforschern und Organisationsentwicklern in Deutschland und weltweit durfte ich viele Anregungen mitnehmen. Zunächst für die erste Studie des Fortschrittszentrums „Zukunftsforschung für Staaten“, und für alle Projekte danach.

Besonders intensiv und fruchtbar ist seit vielen Jahren die Zusammenarbeit mit Riel Miller. Der Kanadier war lange bei der OECD, dann als selbstständiger Zukunftsforscher weltweit unterwegs und arbeitet seit 2012 für die UNESCO in Paris als Head of Foresight. 2009 hat er auf der Eröffnungsveranstaltung des Zentrums für gesellschaftlichen Fortschritt gesprochen, der Kontakt blieb eng und die Netzwerke wurden immer wieder verknüpft.

Nun ist ein Buch erschienen, das Riels Arbeit der letzten Jahre zusammenfasst und an dem ich intensiv mitarbeiten durfte u.a. mit einem eigenen Kapitel und als Editor der Fallstudien. Transforming the Future – Anticipation in the 21st Century ist Ende April bei Routledge erschienen und auch als Open Access zugänglich.

Drei Gründe, warum ich von dem Buch so begeistert bin:

  1. Das Konzept der Futures Literacy lässt ein breites Spektrum von Methoden zu und stärkt das Bewusstsein für den zur jeweiligen Herausforderung passenden Ansatz. Die Grafik auf Seite 24 des Buches stellt die verschiedenen Bedarfe und Möglichkeiten dar.
  2. In allen Fallstudien wird der Bezug zu etablierten Strukturen und Vorgehensweisen hergestellt, statt losgelöst davon eine Alternative zu propagieren. Es wird immer nach anschlussfähigen nächsten Schritten gesucht, die in der Praxis nachhaltig und mit Wirkung für eine bessere Zukunft umgesetzt werden können.
  3. Es gibt eine saubere und fundierte theoretische Grundlage in der Theorie antizipatorischer Systeme, die die französische Mathematikerin Andrée Ehresmann, der finnische Physiker Ilkka Tuomi und andere in Kapitel 3 darstellen. Sie bauen auf den Arbeiten des Biologen Robert Rosen auf und nehmen Bezug zum deutschen Soziologen Niklas Luhmann, der amerikanischen Philosophin Martha Nussbaum und dem Komplexitätsforscher Stuart Kauffmann. Ein solch solides Fundament ist ebenso beeindruckend wie selten.

So lässt sich Zukunft positiv und gemeinsam gestalten. Und natürlich freue ich mich, dass ich in Kapitel 7 unser Projekt „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt“ ausführlich als einen langfristigen Prozess der Zukunftsfähigkeit darstellen durfte.

Während der Entstehung des Buches in den letzten knapp 3 Jahren habe ich viele hilfreiche Dinge zu Design und Umsetzung von Zukunftsprozessen gelernt. Diese Erfahrungen gehen bereits in den neuen Prozess „Gut leben digital“ ein, der sich auf dieser methodischen Grundlage einer der großen Frage unserer Zeit widmet: Wie können wir die Digitalisierung so gestalten, dass sie sich möglichst positiv auf unsere Lebensqualität auswirkt?

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